Review: 30 Jahre Doom In Bloom – Ein triumphales Jubiläum in der Göppinger Chapel
Das Doom In Bloom Festival 2026 am 10. und 11. April war weit mehr als nur ein gewöhnliches Konzertwochenende – es war eine emotionale Zeitreise und eine Verneigung vor der Beständigkeit des Doom Metal. Auch wenn ich das legendäre Original von 1996 nicht miterlebt habe und aus Zeitgründen erst am zweiten Tag vor Ort sein konnte, war die historische Bedeutung dieses 30-jährigen Jubiläums in jedem Winkel der Location greifbar.
Ein historischer Coup
Den Veranstaltern gelang zum Jubiläum ein echter Geniestreich: Das Original-Line-up von 1996 noch einmal gemeinsam auf die Bühne zu bringen, sorgte für massive Gänsehautmomente. Es war faszinierend zu sehen, wie diese Pioniere der Szene nach drei Jahrzehnten immer noch die gleiche Intensität ausstrahlen.
Atmosphäre und Kulisse
Die Chapel bot den perfekten Rahmen. An beiden Tagen hervorragend besucht, herrschte eine Stimmung, die man nur in der Doom-Community findet: euphorisch, tiefenentspannt und absolut friedlich. Während Schwergewichte wie AHAB, Aptera, Petrified und Well of Souls gewohnt massive Klangwände errichteten, war der Samstag für mich das absolute Epizentrum des Wochenendes.
Die Highlights am Samstag
Die Dichte an Qualität war beeindruckend: Dawn of Winter, Astral Rising und Naevus bereiteten den Boden für ein Finale, das in Erinnerung bleiben wird. Der unbestrittene Höhepunkt waren jedoch Mirror of Deception. Mit ihrem neuen Meilenstein „Transcience“ im Gepäck, den sie in voller Länge live präsentierten, bewiesen sie eindrucksvoll, warum sie zur Speerspitze des Genres gehören. Die neuen Stücke entfalteten live eine Wucht, der man sich nicht entziehen konnte.
Technik & Fotografie
Aus technischer Sicht ließ das Festival keine Wünsche offen:
Der Sound: Druckvoll, glasklar und perfekt auf die Akustik der Chapel abgestimmt. Jedes Riff saß, jede Doublebass war spürbar.
Das Licht: Die Lichtshow war exzellent konzipiert und verwandelte die Chapel in eine atmosphärische Kathedrale des Doom. Besonders erfreulich aus meiner Sicht: Die Ausleuchtung war so präzise, dass das Fotografieren hervorragend von der Hand ging – für mich ein entscheidender Faktor, um die Magie des Moments einzufangen.
Organisation
Ein großes Lob gebührt dem Team hinter den Kulissen. Von den kurzen Einlasszeiten über die reibungslose Getränkeversorgung bis hin zur Verpflegung – man spürte in jedem Detail die Erfahrung aus drei Jahrzehnten Festivalgeschichte. Hier wurde mit Herzblut gearbeitet.
Fazit
Ein würdiges Jubiläum, das zeigt, dass das Doom In Bloom/ aka Doom Shall Rise auch nach 30 Jahren das pulsierende Herzstück der Szene bleibt. Ein intensives Erlebnis, das die Sehnsucht nach mehr weckt. Die Szene braucht solche Fixpunkte mehr denn je – hoffen wir, dass wir nicht erst zum nächsten großen Jubiläum wieder in Göppingen zusammenkommen!